
Ich lache und sitze hier, doch als ich zurückdenke vergeht mir mein Lachen und es wird ganz kalt hier. Es ist eine Geschichte von Feigheit und Liebe und Verrat, die ich mit jedem Atemzug erzähle, die ich schweigend verbreite und daran ersticke. Die Erinnerung ist wie ein Wald, den Kopf in feuchtem Moos und zwischen warmen Schenkeln. Oben rauscht der Wind in den Baumkronen, doch hier unten ist alles ruhig und schön und nur ein paar Vögel singen und ein Specht hackt irgendwo. Ich werde uns hier ein Haus bauen und fischen und jagen und am Abend dreckverschmiert nach Hause kommen, wir schwimmen nackt dort drüben in dem kleinen See. Doch es wird schon düster, das Licht zerbricht hinterm Horizont und die Kälte kriecht aus der Erde hervor. Die Kälte hat Finger, die dich überall berühren. Wir müssen los, schnell weg von hier, die Wildschweine grunzen bedrohlich, das sind riesige Tiere und der Sturm faucht um deinen Kopf. Ich habe dich irgendwo verloren, im dichten Unterholz und es zu spät bemerkt. Es ist unheimlich hier, ich drehe mich dauernd um und habe Angst. Es ist jetzt ganz dunkel und ich lege mich einfach hin und lausche, voller Adrenalin. Wo bist du? Ich wage es nicht zu rufen, das lockt die Raubtiere an. Oder vielleicht stehen sie schon alle um mich herum, direkt neben mir in der Dunkelheit und starren mich an. Ich kann nicht mehr. Die Sterne sind bedeckt von dicken Wolkenbergen. Ich schlafe ein und erwache neben dir. Du lächelst nur und es ist gut.
