Aufgewacht. Keine Anne, keine Ex neben mir. Aufgestanden, immer schön mit dem rechten Fuss zuerst, und in ein feuchtes Kondom reingetreten. Schleimig, schwarz und nass. Was macht das hier neben meinem Bett? Erstmal dran gerochen, dann an die Pinnwand. Mal Anne fragen was das soll. Auf dem Weg zum Klo Zettel am Fernseher gefunden.

“Ich muss arbeiten, war schön gestern Abend. Das Ding musst Du aber wegmachen ;o) Küsschen, Anne.”
Gut, das wär damit auch geklärt, das “Ding” kann von der Pinnwand und ab in die Tonne. Vorher nochmal dran gerochen und versucht, Annes Muschi rauszuriechen. Geht nicht, riecht nur nach Gummi und nicht nach Anne. Ist das nicht ein bisschen pervers, an den Dingern zu riechen? Egal, erstmal duschen. Immer noch keine frische Hose da, langsam vermiss’ ich meine Ex. Nochmal an der Hose gerochen, geht schon noch einen Tag. Zwei Hosen in die Maschine gesteckt. Wie war das nochmal mit den Rostflecken?

Dann klingelt jemand unten Sturm, irgendwie denk’ ich dass es meine Eltern sind und krieg’ voll den Schreck. Gegensprechanlage:


“Alter!”
“Hä?”
“Ich bin’s du Penner!”
“Ach so, komm hoch.”

Ist zum Glück nur der Micha. Erst mal einen Kaffee machen.
“Wie siehst du denn aus?”
“Sag’s mir.”
“Hast du mal auf die Uhr geguckt?”
Schon wieder halb sieben, verdammt. Auch egal.
“Willst du Kaffee?”
“Um die Uhrzeit?”
“Du stellst dich an. Was hast du gemacht heute?”
“Arbeiten, wie jeder anständige Mensch!”
“Außer mir oder was?”
“Genau!”
“Ich hol’ dir mal deinen Kaffee.”
“Ich trink’ aber keinen. Hast du nicht en Bier oder so was?”
“Muss ich gucken.”

Ich finde nur uralten Sekt und Rotwein von der Ex. Frauengesöff. Wird Zeit, dass ich mal einkaufen geh’. Morgen dann mal früher aufstehen, am besten gleich den Wecker auf zehn stellen.
“Hier, dein Kaffee.”
“Alter, den kannste jetzt aber selber trinken.”
“Den trinkste jetzt, sonst kriegste nie wieder was von mir.”
“Bist ein Arschloch.”
“Weiss ich doch.”
“Was war eigentlich los gestern, deine Ex hat mich schon zweimal angerufen.”
“Was will sie denn von dir?”
“Wissen, wo du bist.”
“Wo soll ich sein? Die weiss doch wo ich wohne!”
“Wollte wissen, was da los war gestern Abend.”
“Woher weiss die das schon wieder? Kann doch gar net sein!”
“Die Kerstin hats ihr erzählt.”
“Wer ist das denn schon wieder?”
“Die bedient da, weisst schon, die Kleine mit den dicken Titten.”

Genau, die mit dem vielen Trinkgeld. Nächstes mal merk’ ich mir die Freundinnen besser, scheiss Spionage immer.
“Und? War sie jetzt sauer oder was?”
“Ziemlich” sagt er und lacht sich den Ast ab. Solche Freunde braucht echt keiner.
“Ich ruf’ sie gleich mal an, dass sie’s endlich kapiert.”
“Mach das. Ich muss eh weg.”
“Was machsten heut Abend noch?”
“Ins ‘Joy’, bisschen Ladies gucken…”
“Scheissladen, da geh ich nie mehr hin.”
“Wie auch immer, man sieht sich dann.”

Den Kaffee kann ich wegkippen. Was mach ich jetzt, anzurufen traue ich mich doch nicht, das gibt sonst ein schlechtes Gewissen und das belastet einen. Also Anne besuchen.

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Anm. des Autors: Diese Geschichte habe ich im März 2005 begonnen. Sie wird nun auf diesem Wege schrittweise veröffentlicht. Fortsetzung folgt also.