Herr Moses, erwacht aus tiefem, traumlosen Schlaf, legte sich doch noch einmal nieder, den grauen Morgen doch im warmen Schlummer zu verbringen. Die Katze in der Wohnung über ihm machte ihm heute seit langem nichts zu schaffen, ja selbst das Klavier und die Flöten unter ihm waren ihm heute egal, er hatte seinen Frieden mit den Leuten hier bereits gemacht. Und als gegen Mittag heftig an seiner Türe angeschlagen wurde, da lag er immer noch im frisch bezogenen Nachtquartier.

Es erschien ihm nicht lohnend, zu überlegen, wer da ausgerechnet heute etwas und was von ihm wollte. Er hatte wieder geschlafen und wusste nicht genau zu sagen wann es begonnen hatte, aber er hatte doch bemerkt, dass zu dem Klopfen und Schlagen nun noch ein Rufen hinzugekommen war. Es war ihm gleichgültig, doch als er doch einmal für einen kurzen Augenblick dem Ruf horchte, meinte er, seinen Namen zwischen anderen Wortfetzen erkannt zu haben.

Doch dies verwunderte ihn nicht weiter, es ging wohl auch seit dem Morgen schon und mittlerweile war der Tag ja immerhin schon so weit fortgeschritten, dass die Dämmerung durch die dicken Vorhänge vor Herrn Moses’ Fenster zu spüren war. Von draußen waren die gewohnten Geräusche der Straßenbahn zu hören, ein paar Tauben flatterten unter dem Dach. Der Lärm an seiner Türe war wieder verschwunden, dass war ihm aber egal. Als man ihn zu wecken versuchte, reagierte er nicht einmal.

Er hatte seinen Frieden ja schon gemacht und wozu noch das ganze Gerede? Er hatte es satt gehabt, sich entschuldigen zu müssen. Ja, Herr Moses hatte sich immer redlich bemüht, seinen eigenen geringen Ansprüchen gerecht zu werden und doch, so fasste er im Stillen für sich selbst noch einmal zusammen, er war zufrieden gewesen mit seinem Leben. Er hatte alles gehabt und war auch nie zu bescheiden gewesen, zu zeigen, was ihm lieb und teuer war. Hart gearbeitet hatte unser Herr Moses aber auch gefeiert und genossen, was ihm durchaus zustand. Nur an diesem trüben Morgen, da war ihm gar nicht zum Aufstehen zumute, denn er hatte schließlich lange nachgedacht und dann einen, so meinte er, trefflichen Entschluss gefasst.

Er stieg also gegen Mittag aus seinem Bette auf, öffnete die untere Schublade seines bescheidenen Nachttisches, ludt einen Schuss und drehte mit Schwung. Als dies geschehen war, entschied er sich, die Waffe neben sich auf seinen bescheidenen Nachttisch abzulegen und sich auch noch für den restlichen Tag niederzulegen.