In den heiligen Hallen der Vernunft stehen die Monolithen der Tugenden. Aus einem nahtlosen Stück gefertigt ragen sie so weit nach oben, dass man ihr Ende vom Boden aus nicht einmal erahnen kann. In jede Säule sind Milliarden von Gesetzen eingemeißelt, doch wiederholt sich nicht ein Satz, nicht eine Klausel.
Der Fuß eines jeden dieser Monolithe hat einen so großen Durchmesser, dass ein Mensch ihn in einem ganzen Leben gerade zu umrunden vermag. Hier, auf diesen schwarzen, glänzenden Boden, der dem Gewicht trotzt, ist kein Laut zu vernehmen. Kein Wind, kein Tier, kein Staub verirrt sich in die ewigen Schatten.
Und nur der Mensch versucht, die Spitze zu erreichen um dem Zwielicht der Unsicherheit zu entgehen.
Wir sind sieben Schwestern. Avaritia, Superbia, Invidia, Luxuria, Gula, Acedia und ich, Ira. Und wir sind der einzige Ablass.
Ohne uns strebt der Mensch auf ewig der Spitze zu und kann sie doch nie erreichen.
Doch wenn er uns zulässt, erfährt er, dass unter dem Boden das reine Glück liegt.

5 Kommentare
Steffen sagt:
1. Nov 2007
Wahrscheinlich deswegen:
http://endkampf.de/album/pilgern-2007-hof-nuernberg/
Gisela sagt:
31. Okt 2007
*hüstel* wieso ausgerechnet Bayern?
Nilsbär sagt:
31. Okt 2007
Und davon wiederum ist so manch einer in der Christ Sozialen Union…
Konrad sagt:
31. Okt 2007
Und davon sind fast alle aus Bayern…
Nilsbär sagt:
31. Okt 2007
Und von den Menschen, die schon besonders weit nach oben geklettert sind, sind bedauerlich viele aus deutschen Landen…