Kim erstarrte. Zwei Leute der Sicherheitsfirma standen in der geöffneten Aufzugstür und hielten ihre zweifellos durchgeladenen Waffen schussbereit in die Kabine. Die Anzeige im Anzug begann in diesem Moment zu blinken, doch noch konnten die Akkus die Tarnung des Anzuges aufrechterhalten. Die Wachmänner ließen ihre Waffen sinken.
„Mmh“, sagte der eine von ihnen, „ich hätte wetten können, dass der Typ hier drin ist!“
Kim hatte sich in die Ecke der Kabine gequetscht, sein Herz schlug ihm bis zum Hals.
Die Wachmänner traten ein und drehten sich mit dem Rücken zu ihm. Kim fasste einen Entschluss. Er würde alles auf eine Karte setzen, die Überraschung war auf seiner Seite.
Kim holte aus und schlug dem einen Wachmann so hart er konnte die Handkante an den Hals. Zu seiner eigenen Überraschung sank der Wachmann sofort zusammen. Sein Kollege drehte sich und schaute ungläubig auf den am Boden liegenden.
„Was machst du…alles klar… was soll…“
Weiter kam er nicht. Mit weit aufgerissenem Mund musste er zusehen, wie sich die Waffe, die auf dem Boden lag, in die Mitte des Raumes erhob und sich genau auf seinen Kopf richtete.
„Dummes Gefühl, was?“ sagte eine Stimme, die aus dem Nichts zu kommen schien. Der Wachmann wich zurück, die Waffe folgte ihm.
Eva rannte weiter. Gleich würden ihre Verfolger hinter der Ecke auftauchen und freies Schussfeld auf sie haben. Sie rannte weiter, auf den Aufzug zu. Hinter ihr ertönte höhnisches Gelächter.
„Das ist dein Ende, du Schlampe, jetzt gibt es kein Entrinnen mehr!“
Eva hatte Todesangst, sie rannte weiter. Plötzlich hörte sie den Schuss krachen!
BAMM!
Kim hatte abgedrückt. Seine Ohren klingelten, der Schuss war durch die kleine Kabine immens laut gewesen. Der Hinterkopf des Wachmannes war jetzt an der Wand verteilt. Kim nahm auch seine die Waffe an sich und das blutbespritzte Magazin aus dem Gürtel des Toten. Die Anzeige des Anzuges blinkte immer hektische, jetzt blieben ihm nur noch ein paar Minuten und er hatte noch keine Ahnung, wie er aus dieser Nummer wieder raus kommen sollte.
Der Aufzug stoppte und mit einem leisen „Bing“ öffnete sich die Tür. Kim blickte in den Gang.
Eva kam auf die Tür zu gehetzt. Die Wachmänner waren hinter ihr her, einer legte gerade auf sie an. Bevor Kim auch nur die Chance hatte, zu reagieren, explodierten mehrere Schüsse durch den Flur. Kim warf sich zu Seite, mehr aus Reflex als aus Überlegung.
Er sprang, so gut es möglich war, in Deckung. Er hatte es gerade so geschafft, als Eva in den Aufzug gestürzt kam.
Von mehreren Schüssen getroffen fiel sie, den Kopf voran, in die Kabine, rutschte noch ein Stück weiter und blieb dann regungslos liegen. Ihre weit aufgerissenen Augen blickten direkt auf Kim, er hatte das Gefühl, als würde sie ihn direkt ansehen. Zorn und Verzweiflung kochten in ihm hoch.
Ihm war alles egal. Eva war verloren. Doch er würde sie rächen. Jeder, der in diesem Gebäude auch nur einen Schuss abgegeben hatte, sollte sterben. Das war sein Feldzug, das war für Eva, er war der Racheengel, der Vollstrecker.
Kim stand auf und stellte sich breitbeinig über Evas Leiche. Langsam hob er die erbeuteten Waffen und zielte auf van Halldebrick und seine lächerliche Bande, die nur noch ein paar Meter von der Ewigkeit getrennt waren. Alle Angst, jede Form von Schwäche war aus Kim gewichen. Er war der Krieger, der Rächer, der Unerbittliche. Er atmete tief ein.
Das hektische Blinken im Display hörte auf, ein leises Surren ertönte. In der geöffneten Aufzugstür erschien aus dem Nichts ein Mann, der zu den verdutzten Männern am anderen Ende des Ganges blickte.
Kim schoss, zielte, schoss, zielte, schoss. Er spürte kein Bedauern, ganz im Gegenteil, bei jedem Gegner, der fiel, fühlte er sich ein Stück kompletter, zufriedener. Kugeln pfiffen, Waffen knallten, Glas splitterte, Menschen schrieen.
Er traf van Halldebrick in den Kopf, dieser ging zu Boden, tot. Kim ging langsam nach vorne, ruhigen Schrittes. Viele Kugeln hatte er nicht mehr, aber gleich würde er sich von den Wichsern am Boden Nachschub holen. Noch ein paar Schritte und er würde sich den Weg aus dieser verdammten Anlage frei schießen, er würde sich frei schießen.
Kim hatte den Wachmann nicht bemerkt, der hinter ihm aus einer Tür getreten war. Er hörte nur noch den Knall des Schusses als seine Lebenslinie auf null ging. Er lag auf dem Boden, seitlich, konnte in den Gang blicken, war aber unfähig, sich zu rühren. Hektische Anzeigen flimmerten über die Anzeige des Anzuges, so schnell, dass Kim sie kaum verfolgen konnte. Plötzlich kam die Anzeige zur Ruhe, die Worte wurden langsamer
NEUSTART L3.5
LADE
LADE MAP „FORSCHUNGSLABOR“
LADE
ERFOLGREICH
LADE ZWISCHENSEQUENZ
ERFOLGREICH
STARTE ZWISCHENSEQUENZ LEVEL 3.5
„Diese kleine Sau! Fred, guck dir das mal an, die hält ganz frech ihre Titten in die Kamera!“ „Scheiße, Mann!“, Fred rollte mit seinem Stuhl direkt neben Julius an den Schreibtisch, beide blickten auf den Bildschirm. Dort stierten sie direkt auf die blanken Brüste einer etwa 25-jährigen…
„Auf ein neues“, dachte Kim, „irgendwann muss ich dieses Scheißlevel doch schaffen!“
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4 Kommentare
Konrad sagt:
2. Dez 2007
Tja, es muss ja auch spannend bleiben…
Gisela sagt:
2. Dez 2007
Das kann man laut sagen… hast mich ja wochenlang warten lassen seit Teil 1 *ggg*
Konrad sagt:
2. Dez 2007
Danke für die Blumen, Gisela, freut mich, dass es dir gefallen hat!
Gisela sagt:
2. Dez 2007
Nett, überraschendes Ende. Hat was.