Mit Sinnen, noch gefangen
Mit Herzen, noch verschenkt,
schleicht sich die Nacht dem Tage ein,
der doch nicht merkt, dass sie ihn lenkt.
Gerüche, noch so süßlich,
Die Augen noch nicht klar,
vergisst du trotz des Lebens Tücke
doch nicht, wie’s ohne Tücke war.
Mit Schweiß, noch nicht getrocknet
Und ausgelieh’nem Hemd,
erkennst du jeden and’ren Menschen
als den, der dich kein bißchen kennt.
Auf Dächern, hoch erhaben,
weit über toter Stadt
weißt du, dass dein eig’nes Leben
nur eine dieser Nächte hat.
Mit Knien, schwach und zitternd
Und Tränen im Gesicht
Blickst du auf schalen Lebenstrott
Doch ohne Nacht erträgst du’s nicht
Mit Mut, den letzten Schritt
Ein Lächeln im Gesicht
Und rasen Fenster auch vorbei
Diese Nacht verlierst du nicht

1 Kommentar
Steffen sagt:
16. Mar 2010
Schöne Zeilen, schön traurig.