Der Weg der Einsamkeit ist unser aller Weg.
Ein Pfad, das ist zugleich ein Band aus Farben, ein Korb aus Weiden, ein Strom aus Blut. Der Glaube an uns selbst, an diese unsere eigensten Kräfte, gelöst als elektrochematischer Cocktail, dem Synapsenfeuer, den unterbewussten Einpeitschungen, ist es immer ein „Ziel“ – gleichgültig welcher Art – um das sich unser Dasein zentriert.
Das jeden Gedanken und jede Handlung in ihrem eigenen Sinne legitimiert und auf diese Weise gleichsam das Fundament, die Daseinsberechtigung und die archetypische Urmasse bildet, aus der wir unser Selbstverständnis als Individuum, die eigene Persönlichkeit und, auf seiner elementarsten Stufe, den Kern unserer Menschlichkeit per se vermuten.
Bilden Erziehung, genetische Disposition und die Gesellschaft anderer von gleichartigen oder widerstrebenden Interessen angetriebenen Individuen den Rahmen und gleichzeitig die Grenze, innerhalb derer wir agieren können, so steigt mit zunehmender Komplexität, mit der Eintrübung einer gemeinsamen Zielsetzung und dem langsamen Sichtbarwerden jener offenkundigen Sinnlosigkeit des Ganzen unser Bedürfnis nach der Erfüllung unserer eigenen, ganz persönlichen Ziele und Wünsche.
Der Weg der Einsamkeit ist unser Weg. Das Mal, das leuchtend uns verrät. Der Blick, der tief in Täler späht. Die größte Macht, die längste Nacht und Sonne, die sich selbst verbrennt.
Jede Handlung, deren Triebfeder die menschliche Vernunft ist, verfolgt einen selbstbestimmten Zweck. Die Abfolge biologischer Entwicklungs- und Anpassungsprozesse, aus der wir unsere Daseinsberechtigung schöpfen, kennt weder Selbstlosigkeit noch Mitleid. Wenn er sich diese als die höchsten moralischen Werte zu eigen macht, so geschieht dies nicht im Namen und zu Ehren jener Werte selbst. Denn diese sind losgelöst vom Funktionshorizont menschlicher Moral allen natürlichen Prozessen fremd und entgegengerichtet. Es geschieht vielmehr als Ausdruck dessen, was, unerklärlich in sich selbst und in seiner universellen Einzigartigkeit gleichsam seinen erhabensten und rätselhaftesten Wesenszug darstellt: Unserem Gewissen.
Die Wahrheit ist, dort ist kein Weg. Dort ist kein Ziel und auch kein Glück. Da bist nur du, hier bin bloß ich. In hellen Tagen, in dunklen Nächten sind wir uns Feuer, Trost und Schein. Nur der am Ziel steht ist allein.
