Ein Leben im Würfel,
Die Stunden bis sechs
Weiß und grau und schwarz
Atemlos steh ich hier
Vor mir
Ein Blick in die Nacht
Ein Pfeifen, ein Bass
Nass, wie Plastik und glänzend wie Laub
Alt, das morsche Klavier, schwarzer Rabe
Kein Blick hängt an dir
Ein Leben im Würfel,
Die Stunden bis sechs
Weiß und grau und schwarz
Atemlos steh ich hier
Vor mir
Ein Blick in die Nacht
Ein Pfeifen, ein Bass
Nass, wie Plastik und glänzend wie Laub
Alt, das morsche Klavier, schwarzer Rabe
Kein Blick hängt an dir
Aus deinem Tag wird meine Nacht
Gemein sei dein um Mitternacht
Und Schwefel leckt mein Schattenkleid
Ich Sorgenkind der Ewigkeit
Es ist nicht er der mich begleitet
Der sanft zerstört und uns verleitet
Ich bin der Spiegel
Bin zu zweit
Um Mitternacht
Im Schattenkleid
Hier einige Schnappschüsse vom Gelände der Alten Baumwollspinnerei in Lindenau, Leipzigs idyllischem Westen.

Lange ist es her, dass ich dem Erscheinen einer Platte sozusagen entgegengefiebert habe.
Das war 2006, als Tools 10.000 Days erschien.
Doch während es sich bei jenem Warten eher um eine Art von langgestreckter, fast
feierlicher Vorfreude handelte, war das Warten auf Noctourniquet wie ein kurzer,
heftiger Fieberschub.
Und wie Fieber ist auch der Sound, den The Mars Volta auf ihrer siebten Platte
abliefern. Einmalige, verworrene, genial improvisierte Imperfektion. Ein Klang, als
stünden die Musiker auf brennenden Bühnen.
Diese Band ist mir über die Jahre ans Herz gewachsen und je öfter ich in den
zersplitterten Spiegel ihrer musikalischen Seele sehe, desto klarer wird mir: Mars Volta ist noch
mehr als ihre Musik – der unbändige Drang und die kompromisslose Wildheit sind Abbild
und Ausdruck einer Kunstform, die man weder erlernen noch beherrschen kann -
Der Kunst des Rock’n'Roll. Des wilden, rauschhaften Ausgreifens nach dem Ultimo, dem niemals
Erreichbaren. Der in Noten geprägten Unvernunft und des Exzess. Ein roher Diamant,
geschliffen von scharfen Saiten und am Ende zertrümmert unter obsessiven Schlagzeug-
Stakkatos.
Das Warten hat sich gelohnt.