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	<title>endkampf &#187; jetzt</title>
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		<title>Das Spinnennetz, Teil 9</title>
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		<pubDate>Mon, 15 Oct 2007 13:15:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Steffen</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Mein Name ist L. Die Geschichte die ich erzählen möchte ist der Grund dafür, dass aus mir das geworden ist, was ich jetzt bin. Ein Gefangener, ein Verdammter. Damit ihr meine Geschichte versteht, müsst ihr wissen, was zuvor geschah: Wie gesagt, mein Name ist L. Ich bin wohl das, was man einen Überlebenskünstler nennt, was [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mein Name ist L. Die Geschichte die ich erzählen möchte ist der Grund dafür, dass aus mir das geworden ist, was ich jetzt bin. Ein Gefangener, ein Verdammter. Damit ihr meine Geschichte versteht, müsst ihr wissen, was zuvor geschah: </p>
<p>Wie gesagt, mein Name ist L. Ich bin wohl das, was man einen Überlebenskünstler nennt, was sich spannender anhört als es ist. Im Grunde genommen blieb mir nichts anderes übrig. Nachdem ich die Schule geschmissen hatte, fing ich an, mich mit Gelegenheitsarbeiten über Wasser zu halten. Rasen mähen, Flugzettel verteilen, als Kaktus verkleidet in einer Tequila-Kneipe bedienen, solche Sache eben. Meine Flamme ist Alex, sie arbeitet als Bedienung in eben dieser Kneipe. Oder besser: Arbeitete. Jetzt ist Alex tot. Ich fand ihre verbrannte Leiche in den Überresten des Gebäudes. Ihr Freund heißt Vlad, trägt eine hässliche Narbe im Gesicht und ist seit dem nicht aufgetaucht. Als ich nach Hause kam, sah ich Licht in meiner Wohnung brennen. Ich hatte Besuch – es war Vlads Kumpel Serge. Ich zertrümmerte sein Gesicht mit einem Feuerlöscher. Es war Notwehr, er war bewaffnet. Mir blieb keine andere Wahl. Jetzt liegt seine Leiche in meiner Badewanne und ich bin auf der Flucht. Vor was? Ich weiß es nicht. Vlad. Den Bullen. Vor meinen eigenen Dämonen. <span id="more-1003"></span></p>
<p>- 8. KAPITEL: I Kill For You. –</p>
<p>Variante Nummer 3 also. Die Sache zu Ende bringen. Leicht gesagt, verdammte Scheiße. Wo war jetzt der Held in mir? Jetzt wo meine Hände zitterten. Wenigstens hatte der Kaffee seine Wirkung getan und die Müdigkeit aus meinen Gliedern vertrieben. Der letzte Schluck des bitteren Safts – und keine geheime Botschaft im Boden des Bechers. Keine himmlische  Fügung. Kein Kaffeesatz zum Lesen. Aber wer glaubt schon an diesen Bullshit. Ich war allein. Ich kämpfte allein. Und ich würde alleine sterben. So oder so.</p>
<p>Die Pistole drückte hart in meine Seite, als ich aufstand. Die Uhr an der Wand zeigte kurz vor 6, als ich auf die leeren Straßen trat. Die Stadt schlief noch ihren unruhigen Schlaf, träumte von hartem Asphalt und grellem Neonlicht. Ich träumte von Rache und dachte an Vlad. Scarface! Alle Möglichkeiten deuteten auf den Russen. Oder Kasachen, oder Usbeken. Was auch immer, ich musste mit ihm reden. Keine Ahnung wo er wohnte. Nur seinen Laden kannte ich. Von außen. Lagerhaus, unten am Hafen. „Vladimir P. Andrejew / Im- und Export“, kyrillische Lettern darunter. Krumme Geschäfte, todsicher. Wer wusste schon, was da lief. Vlad danach zu fragen, erschien mir jedenfalls nie eine besonders kluge Idee zu sein. Ich ging um zwei Ecken und hielt nach kurzem Zögern ein Taxi an. Der Fahrer, ein dicker Türke mit müden Augen, sagte während der Fahrt kein einziges Wort, was mir ganz recht war. Ich musste denken, mich zusammenreißen. Nur keine dummen Fehler machen jetzt. Ich vermied es, den Fahrer direkt anzusehen. Vielleicht lief die Fahndung schon. Vielleicht hatten die Nachbarn den Lärm aus meiner Wohnung bemerkt. Vielleicht suchten die Bullen schon nach mir. Vielleicht war ich schon paranoid geworden. Ich ließ den Fahrer ein gutes Stück vom Hafen entfernt anhalten und lief den Rest zu Fuß. Die kühle Morgenluft füllte meine Lungen und mir wurde klar, dass ich keinen Plan hatte.</p>
<p>Was war, wenn Vlad tatsächlich dort war? Was war, wenn er nicht alleine war? Mich ein Haufen knochenbrechender usbekischer Kleiderschränke empfangen würde. Was würde ich dann tun? Die Bullen rufen? Ich hatte nicht mal mein Handy dabei. Verdammt. Jedem Einzelnen eine Kugel in den Kopf jagen? Ich dachte kurz an den Tod und Gott und beschloss dann, drauf zu scheißen.</p>
<p>Ich stieg die Treppen zum Kai hinunter, drückte mich an rostige Container, die wie gigantische Bausteine in den grauen Himmel ragten. Auf den vertäuten Booten hockten ein paar verschlafene Möwen. Sonst war kein Leben am Wasser. Die Lagenhalle kam in Sichtweite. Flach duckte sie sich zwischen bunten Containern vor einem Steg, an dem einige kleine Motorboote festgemacht hatten. Neben der Halle parkte ein schwarzer Wagen, Marke Mercedes. Zuhälterkarre. In der Innentasche meines Mantels fühlte ich die P8. Ein Gedanke, groß und dunkel, breitete sich in heißen Wellen in mir aus. Das hier war kein Traum. Als ich die Waffe zog, sprach ich die Worte, klar und tief: „Das hier ist für dich, Alex.“</p>
<p><em>Fortsetzung folgt &#8230;</em></p>
<p>Die gesamte Geschichte findest du <a href="http://endkampf.de/geschichten/das-spinnennetz/">hier</a>.</p>
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		<title>This is Africa</title>
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		<pubDate>Thu, 04 Oct 2007 12:45:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Steffen</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Liebe Freunde! Endlich sind sie da &#8211; die Photos, die wir während unserer Reise in den Senegal aufgenommen haben. Zum Vergrößern einfach auf das entsprechende Bild klicken. Viel Spass beim Durchblättern. Zu den Bildern &#8230; P.S.: Eine Sammlung mit noch viel mehr Alben findet ihr jetzt direkt hier im Blog. Und zwar hier.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://endkampf.de/album/senegal-2007/"><img src='http://endkampf.de/wordpress/wp-content/uploads/2007/10/this_is_africa.jpg' alt='This is Africa!' /></a></p>
<p>Liebe Freunde! Endlich sind sie da &#8211; die Photos, die wir während unserer Reise in den Senegal aufgenommen haben. Zum Vergrößern einfach auf das entsprechende Bild klicken. Viel Spass beim Durchblättern. <a href="http://endkampf.de/album/senegal-2007/">Zu den Bildern &#8230;</a></p>
<p>P.S.: Eine Sammlung mit noch viel mehr Alben findet ihr jetzt direkt hier im Blog. <a href="http://endkampf.de/album/">Und zwar hier</a>.</p>
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		<title>jetzt</title>
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		<pubDate>Wed, 19 Sep 2007 01:53:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Steffen</dc:creator>
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		<description><![CDATA[und für immer http://endkampf.de/ feed http://endkampf.de/feed/ please update your links &#160;]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>und für immer <a href="http://endkampf.de/">http://endkampf.de/</a></p>
<p>feed <a href="http://endkampf.de/feed/">http://endkampf.de/feed/</a></p>
<p>please update your <a href="http://endkampf.de/">links</a></p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Der ewige Schüler (Letzter Teil)</title>
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		<pubDate>Fri, 13 Jul 2007 10:01:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Steffen</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Und dann sah Tim die Zähne: Zwei große Schneidezähne und einen dicken, flachen Backenzahn. Ein heißer Schauer überlief ihn und sein Gesicht fühlte sich taub an.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Und dann sah Tim die Zähne: Zwei große Schneidezähne und einen dicken, flachen Backenzahn. Ein heißer Schauer überlief ihn und sein Gesicht fühlte sich taub an.</p>
<p>Das mussten <em>seine</em> Zähne sein!</p>
<p>Seine Zähne, die da fast schon säuberlich aufgereiht im Dach des umgestürzten Wagens lagen, weiß glänzend in einer kleinen Lache rosaroten Bluts.</p>
<p>Wie betäubt zog Tim unter schmerzhaften Verrenkungen seiner Arme den über ihm hängenden Rückspiegel zu sich heran. Als er sich  unter leisem Stöhnen zwang, seine schmerzenden Kiefer zu öffenen, fiel ihm etwas auf. Er hatte es eben bemerkt, ohne sich Gedanken darüber zu machen.</p>
<p><em>Nein!<br />
Unmöglich!<br />
Das konnte nicht sein!<br />
</em></p>
<p><span id="more-908"></span></p>
<p>Der Backenzahn hatte eine Krone gehabt. Aber Tim wusste, dass er keine Kronen hatte. Er hatte gute Zähne. Das sagte ihm sein Zahnarzt bei jedem Besuch!<br />
Er riss den gesprungenen Rückspiegel aus seiner Fassung, vom Schrecken gepackt, und schob seine Kiefer auseinander.</p>
<p>In diesem Moment zerbracht etwas in Tim. Etwas, von dem er nicht gewusst hatte, dass er es besaß. Ein Gewicht löste sich aus seiner Verankerung und stürzte in seinen Magen hinab.<br />
Als er seine gebrochenen Beine aus den verbogenen Pedalen befreite, fühlte er keine Schmerzen.<br />
Als er seinen geschundenen Körper durch die zersplitterte Scheibe presste, fühlte er keine Schmerzen.<br />
Als er durch das Gras kroch, sah Tim Blut. Viel Blut.<br />
Und einen blauen Puma-Turnschuh, in dem ein Fuß steckte.</p>
<p>Tim kannte den Schuh. Er gehörte Mario. Mario war sein besten Freund und lag jetzt zerschnitten und seltsam verrenkt einige Meter neben dem blauen Puma-Turnschuh im saftig-grünen Gras dieses sonnigen Sommernachmittages.</p>
<p>Als Tim aufwachte, bemerkte er, dass man ihm etwas in Nase und Mund geschoben hatte. Im Augenwinkel erkannte er schemenhaft eine Person, die auf einem Stuhl neben seinem Bett saß. Tim zwinkerte und erkannte die Person. Seine Mutter sah alt aus.</p>
<p>Die Zeitungen berichteten eine Woche lang über den <em>&#8220;Todesfahrer von Gießen&#8221;</em>. Zuerst groß auf den Titelseiten, dann folgten einige Berichte über das Leben von Tim und nähere Details über das &#8220;tragische Unglück&#8221;.</p>
<p><strong># # # Seine Mitfahrer, die Jugendlichen Mario S. und Andrea N. waren nicht angeschnallt, als der Wagen aus noch ungeklärter Ursache von der Fahrbahn abkam und sich mehrfach überschlug. # # #</strong></p>
<p>&#8230;</p>
<p><strong># # # Sie wurden aus dem Fahrzeug geschleudert und erlagen noch am Unfallort ihren schweren Verletzungen. # # #</strong></p>
<p>Fünf Monate später berichtete nur noch eine kleine Lokalzeitung in einer schmalen, leicht zu übersehenden Spalte auf der vierten Seite. Tim B., der Fahrer des am Nachmittag des 7. Juni 2006 verunglückten Wagens, sei vom Landgericht wegen fahrlässiger Tötung zu einer Haftstrafe von einem Jahr und sechs Monaten verurteilt worden.<br />
<strong><br />
# # # Auf Grund der Schwere der Schuld, so die Einlassung des Gerichts, insbesondere der schweren Sorgfaltspflichtverletzung im Hinblick auf die Anschnallpflicht der Mitfahrer des Tim B., konnte die Haftstrafe nicht mehr zur Bewährung ausgesetzt werden. # # #</strong></p>
<p>Tim fühlte sich schwach und taub, als er seine Schnürsenkel zusammenknotete. Er konnte nicht mehr weinen, als er sich in seiner Zelle erhängte.</p>
<blockquote><p>Dies ist der letzte Teil meiner kleinen Fortsetzungsgeschichte.<br />
Zum Nachlesen: <a href="http://endkampf.de/2007/06/13/der-ewige-schueler/">Teil 1</a>, <a href="http://endkampf.de/2007/06/21/der-ewige-schueler-2/">Teil 2</a> oder die <a href="http://endkampf.de/geschichten/der-ewige-schueler/">gesamte Geschichte</a>.</p></blockquote>
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		<title>Das Spinnennetz, Teil 8</title>
		<link>http://endkampf.de/2007/05/14/das-spinnennetz-teil-8/</link>
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		<pubDate>Mon, 14 May 2007 11:47:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Steffen</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Serge war tot. Am fernen Horizont zeigten sich die ersten grellen Farben des neuen Tages, lila und dunkelblau. Die Luft war eisig und ein scharfer Wind heulte durch die betonierten Schluchten der Stadt. Sie war noch nicht erwacht. „Frische“ dachte ich. „Frische“ und dass ich ein Mörder war. Oder ein Totschläger. Es war Notwehr gewesen, verdammte Scheiße! „Aber wer wird dir das glauben, wenn du vor Gericht stehst?“ flüsterte eine kalte Stimme, die aus einer Tiefe in meinem Kopf zu kommen schien, der ich mir bis dahin nicht bewusst gewesen war. Von dort, wo die niedersten Instinkte hausen. Hinter der glänzenden, sauberen Fassade der Vernunft kam etwas hervor. Mein ganz persönliches schmutziges Es.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>- 7. KAPITEL: Unter Strom -</p>
<p>Serge war tot. Am fernen Horizont zeigten sich die ersten grellen Farben des neuen Tages, lila und dunkelblau. Die Luft war eisig und ein scharfer Wind heulte durch die betonierten Schluchten der Stadt. Sie war noch nicht erwacht. „Frische“ dachte ich. „Frische“ und dass ich ein Mörder war. Oder ein Totschläger. Es war Notwehr gewesen, verdammte Scheiße! „Aber wer wird dir das glauben, wenn du vor Gericht stehst?“ flüsterte eine kalte Stimme, die aus einer Tiefe in meinem Kopf zu kommen schien, der ich mir bis dahin nicht bewusst gewesen war. Von dort, wo die niedersten Instinkte hausen. Hinter der glänzenden, sauberen Fassade der Vernunft kam etwas hervor. Mein ganz persönliches schmutziges <em>Es</em>.<br />
Ein zittriger Schauer lief mir durch den ganzen Körper, als ich nur „Notwehr“ denken konnte. Mit Beinen aus Gummi stand ich an der Straße, an diesem eisigen Wintermorgen, fest entschlossen, Licht in’s Dunkel dieser völlig kranken Geschichte zu bringen.</p>
<p>Aber ich konnte mich einfach nicht konzentrieren, die Pistole drückte schmerzhaft in meine Rippen. Alex war tot, verbrannt. Ich hatte ihre entstellte Leiche gesehen. Serge hatte mir in meiner eigenen Wohnung aufgelauert. Ich hatte ihn mit einem knallroten Feuerlöscher erschlagen, in Panik. „In Notwehr. Du hattest keine Wahl. Sonst hätte er dich umgebracht.“ meldete sich mein Gewissen wieder zu Wort.</p>
<p>Gebetsmühlenartig: „In Notwehr. Er oder du. Keine Wahl.“</p>
<p>Aber stimmte das? War Serge wirklich gekommen, um mich zu töten? Er hatte etwas in meiner Wohnung gesucht. Er war bewaffnet gewesen. Aber vielleicht war er das immer&#8230;</p>
<p>„Wer wird dir glauben?“</p>
<p>Sie werden mir glauben! Sie müssen mir glauben!</p>
<p>„Du wirst einfahren, soviel ist sicher! Knast! Gangs! Drogen! Vergewaltigung! Arschfick unter der Dusche!“</p>
<p><span id="more-849"></span><br />
Ich beschloss, die kalte Stimme zu ignorieren. Es war egal. Wahrscheinlich würde ich nicht lange genug leben, um verurteilt zu werden. Wahrscheinlich war schon jemand unterwegs zu meiner Wohnung, weil Serge sich nicht mehr meldete. Wahrscheinlich waren alle Russen der Stadt auf der Suche nach mir. Um Rache zu nehmen. Um Vlads Bruder zu rächen. Vielleicht würden sie mich foltern. Mir die Fingernägel mit einer Beißzange rausziehen. Einen nach dem anderen. Kleine Dioden an meinen Eiern anbringen und mich mit Stromstößen zu Tode quälen. Mich lebendig im Hafenbecken versenken – eisiges Wasser, das meine Lungen füllt.</p>
<p>Ich musste die Initiative ergreifen &#8211; ihnen zuvorkommen! „Kopfsache“ sagte die kalte Stimme und sie hatte völlig recht, verdammt noch mal! Ich musste überlegen, nachdenken. Die ganze Sache war zu komplex, zu wirr, um überhastete Entscheidungen zu treffen.</p>
<p>Ich bog um einige Ecken und verkroch mich in einem McDonalds – den einzigen Laden, der um diese Zeit schon – oder noch – geöffnet hatte. Ich bestellte schwarzen Kaffee und setzte mich in eine Ecke, die von der Straße aus nicht einzusehen war.<br />
Es war ein schlechtes Versteck, aber es gab nun mal nichts besseres. Als mir der schwarze Saft heiß und belebend durch die Kehle floss, sah ich drei Möglichkeiten, weiterzumachen. Und am Leben zu bleiben.</p>
<p>Variante 1: Die Bullen – zum nächsten Polizeirevier laufen und denen alles erzählen.<br />
Vermutliches Resultat: Verhaftung, da die Strafverfolgungsbehörden sehr wahrscheinlich wenig Verständnis für eine blutüberströmte Leiche in meiner Badewanne aufbringen würden.</p>
<p>Variante 2: Weglaufen – die Stadt verlassen.<br />
Vermutliches Resultat: Sowohl Polizei als auch Vlads Gang würden mich suchen – und jagen. Außerdem würde ich nicht weit kommen – mein Auto lag zerstört in einem Straßengraben irgendwo in der Pampa. Vielleicht war es auch schon weggeräumt worden. Die Bullen wussten damit, dass ich auf öffentliche Verkehrmittel angewiesen war oder zu Trampen versuchen musste. Alles in allem also keine besonders attraktive Variante.</p>
<p>Variante 3: Die Sache zu Ende bringen.<br />
Vermutliches Resultat: Unbekannt.</p>
<p>Drei Varianten also. Und keine davon reizte mich sonderlich. Aber so war nun mal die Situation und man musste schließlich nehmen, was man bekam.<br />
Ich spülte den restlichen Kaffee runter und musste plötzlich lachen. Es fuhr so schnell in mir auf, dass ich es nicht mehr unterdrücken konnte. Ein lautes, heißeres, schrilles, verrücktes Lachen, das in Husten überging, als ich versuchte, die Brühe in meinem Mund zu schlucken und sie mir im Hals stecken blieb.</p>
<p>Es war die Stimme gewesen, die mich zum Lachen gebracht hatte. Sie hatte wieder geflüstert, leise zwar &#8211; doch klar und deutlich wahrnehmbar:</p>
<p>„Du wirst die Sache zu Ende bringen. Du bist der Retter, du bist der Krieger, du bist der Rächer in deinem eigenen Film. Du bist Mad Max, du bist Bruce Willis, du bist Max Payne!“ Und es stimmte. Nicht dass ich mich als Filmheld fühlte, der sich auf einem Rachefeldzug für irgendein hehres und gutes Ziel befand. Nein! Ich fühlte mich eher wie ein trauriges Stück Scheiße, das sich in der hintersten Ecke eines Schnellrestaurants vor einer Entscheidung drückt. Aber die Stimme hatte mir mit einem Mal klar gemacht, dass ich vermutlich wie eine schlechte Karikatur eines Filmhelden <em>aussah</em>. Einsamer Kämpfer, schwarzer Ledermantel, Pistole darin. Ich war der <em>Lone Ranger</em> und das einzige was mir noch fehlte, war ein sprechendes Auto. Ein schwarzer Pontiac Firebird – Super Pursuit Mode aktiviert! Ein Mann und sein Auto kämpfen gegen das Unrecht!<br />
Als ich mich mit tränenden Augen von dem Anfall erholt hatte, schmerzten meine Lungenflügel. Das alles war alles andere als komisch, aber wenigstens wusste ich jetzt, wie die Geschichte weitergehen musste.</p>
<p>Leise, wie in Trance, sprach ich die Worte:</p>
<p>„Variante Nummer drei: Ich komme!“</p>
<p><em>Fortsetzung folgt &#8230;</em></p>
<p>Die gesamte Geschichte findest du <a href="http://endkampf.de/geschichten/das-spinnennetz/">hier</a>.</p>
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