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	<title>endkampf &#187; schnee</title>
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		<title>Knochen</title>
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		<pubDate>Mon, 18 Jan 2010 15:26:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Steffen</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ein blinder Hund an einer Leine, an keiner Ecke. Vor diesem Laden, unendlich weiß und groß und grenzenlos. Schläft niemals ein, schnauft bloß noch kurz und legt sich nieder, im schmutzigen Schnee. Ein Ball aus Kummer in diesem Kopf, wie Regentropfen schmerzen. Was mittags glänzt wird abends stumpf. Flocke Milch, Korn aus Zucker, Ball aus [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ein blinder Hund an einer Leine, an keiner Ecke. <br />Vor diesem Laden, unendlich weiß und groß und grenzenlos. Schläft niemals ein, schnauft bloß noch kurz und legt sich nieder, im schmutzigen Schnee. Ein Ball aus Kummer in diesem Kopf, wie Regentropfen schmerzen. Was mittags glänzt wird abends stumpf. Flocke Milch, Korn aus Zucker, Ball aus Schnee. Das bin ich. Geworden, um zu sein. Gesicht aus Teig, was zeigst du mir? Du blinder Hund an keiner Leine. Gib mir das Nichts, brich es aus dem Dunkel, bis ich die Sterne sehen kann. Zeig mir die Zeit, Zeiger aus Knochen. Rast nur weiter, haltet nicht an. Ihr beiden Könige und du, der heimliche Gott. Macht ewig weiter, mäht dieses Feld, mit himmlischem Wind. Aus Korn wird Mehl, aus Fels wird Staub. Schleift jeden Mensch, schleift jedes Tier. Und schleif auch mich, damit ich ewig wehe.</p>
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		<title>Wald</title>
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		<pubDate>Wed, 06 Jan 2010 19:30:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Steffen</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wird alles Eis, was da einst war? Wird alles schwarz, was da eins kommt? Er hat sich verraten, der Abend mit Duft. Bloß eine Ahnung, wie Schnee tief im Wald. Man seufzet und fürchtet, man wird nichts mehr sehn. Es ist doch wie immer. Sie kommen und gehn.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wird alles Eis, was da einst war?</p>
<p>Wird alles schwarz, was da eins kommt?</p>
<p>Er hat sich verraten, der Abend mit Duft.</p>
<p>Bloß eine Ahnung, wie Schnee tief im Wald.</p>
<p>Man seufzet und fürchtet, man wird nichts mehr sehn.</p>
<p>Es ist doch wie immer.</p>
<p>Sie kommen und gehn.</p>
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		<title>Unsere Spuren</title>
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		<pubDate>Tue, 24 Nov 2009 18:22:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Steffen</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lyrik]]></category>
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		<description><![CDATA[Wir wurden gestoßen, aus Höhen, tief ins Meer. Dein Name ist der, der Erinnerung weckt. An Nächte der Freundschaft, schwarz, von Schwärze schwer. Wie wir dort standen, an Schranken, Stacheln, Mauern. Die wir dann einfach übersprangen. Weil das nicht uns, nicht unser war. Und unseren Spuren folgten, in Eis, in Frost und neuem Schnee. Und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wir wurden gestoßen, aus Höhen, tief ins Meer.</p>
<p>Dein Name ist der, der Erinnerung weckt.</p>
<p>An Nächte der Freundschaft, schwarz, von Schwärze schwer.</p>
<p>Wie wir dort standen, an Schranken, Stacheln, Mauern.</p>
<p>Die wir dann einfach übersprangen.</p>
<p>Weil das nicht uns, nicht unser war.</p>
<p>Und unseren Spuren folgten, in Eis, in Frost und neuem Schnee.</p>
<p>Und glaube mir, ich tu&#8217; es noch immer, so oft ich dran denke.</p>
<p>Mein Atem geht ruhig, so kalt der Wind, mein Kopf so schwer.</p>
<p>Denn wer in diese Weite blickt, den ängstigt nichts mehr.</p>
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		<title>Frost</title>
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		<pubDate>Mon, 19 Oct 2009 08:48:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Steffen</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kurzgeschichten]]></category>
		<category><![CDATA[frost]]></category>
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		<description><![CDATA[Man schrieb das Jahr 1779. Die Flocken trafen sein Gesicht wie Peitschenhiebe. Dichte Schleier aus Schnee stieben zwischen den Birken hervor, die am Waldrand kauerten. Peter fror, trotz der wattierten Unterwäsche und den dicken Filzstiefeln. Es mochte an seinem Alter liegen, in dem es sich die meisten zu dieser Jahreszeit lieber vor dem Ofen bequem [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Man schrieb das Jahr 1779. Die Flocken trafen sein Gesicht wie Peitschenhiebe. Dichte Schleier aus Schnee stieben zwischen den Birken hervor, die am Waldrand kauerten. Peter fror, trotz der wattierten Unterwäsche und den dicken Filzstiefeln. Es mochte an seinem Alter liegen, in dem es sich die meisten zu dieser Jahreszeit lieber vor dem Ofen bequem machten. Es war gegen Ende November, als Peter sich mit schweren, bedächtigen Schritten daran machte, die vereisten Stufen des Hochsitzes zu erklimmen, den er vor vielen Jahren selber aus dem Holz einer alten Eiche gezimmert hatte. Es war sehr hartes, kostbares Holz gewesen. Jetzt war es von Sonne und Regen, Wind und Tau, Schnee und Frost gezeichnet. Das Holz hatte vieles von seiner ursprünglichen Stärke verloren. Aber es würde ihn tragen, so wie es ihn immer getragen hatte. Er zurrte den Lederriemen seines Karabiners enger um die Schulter und blickte kurz nach oben. Seine Augen waren von einem wässrigen Blau und so trüb, als ob Nebel darin läge. Ein Arzt hatte ihm einmal erklärt, dass es eine Krankheit wäre und wollte ihn operieren. Er war nicht wieder dort hingegangen. Was er sehen musste, das sah er auch. <span id="more-2248"></span></p>
<p>Graue Wolken zogen tief über den kahlen Wald, veränderten sich ständig und spuckten unablässig Schnee. Bevor er seinen Fuß auf die erste, von Raureif bedeckte Stufe setzte, horchte er. Das Horchen war wichtig und Peter horchte stets für einige Minuten in den Wald hinein. Dabei schloss er die Augen und verlangsamte seinen Atem. Er horchte auf das Grunzen von Wildschweinen, das Rascheln eines Rehs im Unterholz oder ein leises Knirschen im Schnee, wenn ein Fuchs davonhuschte. Von den Wölfen war in letzter Zeit nichts mehr zu sehen gewesen. Entweder waren sie weitergezogen oder verhungert, dachte Peter. Vor einigen Jahren war es vorgekommen, dass er auf seinem Hochsitz einen Mann überrascht hatte. Er war bewaffnet gewesen und wilderte offensichtlich in den Wäldern. Damals war es ihm schließlich gelungen, den Wilderer mit einigen Warnschüssen einzuschüchtern und zu vertreiben. Wie eine solche Situation heute enden konnte, wusste Peter genau. Die Zeiten waren härter und entbehrungsreicher und die Wilderer verzweifelter geworden. Und er war jetzt das geworden, was man gemeinhin einen alten Mann nannte. Mit kalten, knotigen Fingern, auf denen bräunliche Altersflecke wuchsen, fuhr er sich durch seinen borstigen Bart und dachte, „mit dem Alter kommt die Schwäche und mit der Schwäche kommt die Angst. Die verdammte Angst.“ Mit einem leisen Schnauben schüttelte er den Gedanken ab und horchte wieder in die helle Fläche aus Schnee, auf denen sich Flecken von Mondlicht spiegelten, wo die Wolkendecke aufgerissen war. Aber er hörte nichts. Da war kein Laut, der nicht der reichen Stimme der Natur entsprang. Nur das Pfeifen des Windes zwischen den Bäumen und das Knarren und Knacken der Äste, die unter ihrer schweren Last ächzten. Ab und zu gab ein morscher Ast nach und brach mit Getöse herab. Dann zuckte der alte Peter zusammen und schloss die Hände fester um den Lauf seiner Büchse, die auch seinen Vater durch diese Wälder begleitet hatte. Wenn das geschah, ärgerte er sich über seine Angst und in den Ärger mischte sich Scham darüber, was aus dem jungen, furchtlosen Peter geworden war. Trotzdem ging er weiter heraus, bei jeder Witterung und jeder Temperatur, was ihm einen Teil seinen Stolzes zurückgab. Der Reif knirschte unter seinen groben, genagelten Schuhsolen, als er den Hochsitz bestieg. Das Holz der alten Eiche hielt seinen Tritten auch in dieser Nacht stand.</p>
<p>Wie Mehl staubte der Schnee zwischen den Fingern seiner wollenen Handschuhe auf, die auf der rutschigen Plattform Halt suchten. Der alte Peter breitete die Arme aus und stützte sich ab. Da spürte er plötzlich einen Widerstand. Hitze stieg durch den Körper, bis in den Kopf hinauf. Es war etwas dort oben, was nicht da sein durfte. Es hatte sich angefühlt wie ein Fell, das konnte er selbst durch die dicken Handschuhe erkennen. Unendlich langsam schob Peter den Kopf über den Rand des schmalen Ansitzes.  Dort war etwas. Im fahlen Licht des Mondes sah er es. Eine Masse aus Haaren, weiß und grau. Zwei gelbe Augen starrten ihn an. In diesem Moment wusste der alte Peter, dass die Geschichten stimmten. Es waren keine Märchen, wie die meisten dachten. Sein Vater hatte es gewusst. Sein Vater. Da fiel alle Angst, fiel alle Schwäche von ihm ab und mit seiner Rechten griff er nach dem Karabiner. Er bewegte sich sehr ruhig und bedächtig, setzte all sein Vertrauen in Gott. Als er im Begriff war, das Gewehr durchzuladen, schob sich über dem Rand der Plattform eine längliche Schnauze hervor, aus deren Lefzen dicke Fäden weißlichen Speichels triefen. Peter ließ den Ladehebel vorsichtig einrasten und verlagerte sein Gewicht nach vorne, so dass er mit dem Brustkorb an der Leiter lehnte. Unter der Belastung schrien seine Knie auf, doch er ignorierte die Schmerzen. Mit größter Vorsicht brachte er das Gewehr in Anschlag, presse den Schaft in seine Schulter. Seine Wange glitt an das Metall der Waffe, das eisig kalt war. Das rechte Auge kniff er zusammen, aus den trüben Nebeln des anderen visierte er über den Lauf der Waffe nach oben. Doch dann ging alles zu schnell für Peter. Aus dem Augenwinkel sah er von links die verschwommenen Konturen einer riesigen Klaue auf ihn zukommen. Dann, ein Brennen im Hals. Er verbrannte. Seine Stiefel rutschten auf den Eichenstufen hin und her. Er fiel. Das letzte, das der alte Peter sah, war roter Schnee, der langsam schmolz.</p>
<p>Als der Tag gegangen war, erinnerte nur eine blassrosa Kontur im Schnee an den Vorfall. Der Neuschnee breitete ein barmherziges Tuch über Peters kaltem Grab aus. Doch er schmolz in der Nacht darauf und im Mondlicht wühlte etwas am Fuße des Hochsitzes. Schatten huschten in die Wälder. Die Tiere verschwanden, flohen tiefer in den Wald. Da erhob er sich wieder. Es war der alte Peter und er brüllte aus vollen Lungen in die Nacht hinein, was als einziges in jeder Faser seines Körpers brannte. Was er als einziges begehrte, riechen, rauschen, schmecken wollte. „Blut!“, brüllte der alte Peter und rannte in zerrissenen Kleidern auf den Waldrand zu.</p>
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		<title>Ein dunkles All</title>
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		<pubDate>Fri, 19 Jun 2009 19:57:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Steffen</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Flach ist was uns bewegt. Am Horizont, wo die Welt sich leise dreht. Gib mir ein Licht, das meine Seele wärmt. Und folge mir nicht, wenn Sand unter meinen Schuhen knirscht, wenn Schnee unter meinen Schritten schmilzt. Zeit ist grausam und nur wild, bis du in ihre Augen siehst. Doch irgendwo kommt jeder an, in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Flach ist was uns bewegt. Am Horizont, wo die Welt sich leise dreht. Gib mir ein Licht, das meine Seele wärmt. Und folge mir nicht, wenn Sand unter meinen Schuhen knirscht, wenn Schnee unter meinen Schritten schmilzt. Zeit ist grausam und nur wild, bis du in ihre Augen siehst. Doch irgendwo kommt jeder an, in Lichtern oder im Sturm. Bis es uns greift. Und wir dort liegen, auf grünen Wiesen, in Liebe und ewiger Freundschaft. Und unsere Worte in den blauen Himmel schicken, in ein dunkles All. Auf dass sie nicht verhallen. Auf dass sie dort für immer sind.</p>
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		<title>Tau</title>
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		<pubDate>Wed, 17 Oct 2007 18:27:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Steffen</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Pochend, wie der Bass im Takt am Herz, im Blut an deiner Tür. Was sich in diesen Augen sammelt, wird nicht für immer sein. Wird gewaschen in krummer Logik, Chemikalien der nächsten Instanz. Die DNS, der Code in deinem Kopf. Es muss nicht so sein, wie das Leben es sagt. Sie wächst für immer in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Pochend, wie der Bass im Takt am Herz, im Blut an deiner Tür. Was sich in diesen Augen sammelt, wird nicht für immer sein. Wird gewaschen in krummer Logik, Chemikalien der nächsten Instanz. Die DNS, der Code in deinem Kopf. Es muss nicht so sein, wie das Leben es sagt. Sie wächst für immer in mir, Sehnsucht. Unheilbar, unter den Sternen zu stehn. Wo schon alle standen, außer mir. Und sich Namen gaben, die Finger im Ruhm. Und nichts war dort zu sehen, als nichts geschah und nichts sich regte. Und keiner mehr sprach. Uns der Puls in den Ohren rauschte. Sanft, nur sanft, das heiße Blut. Das bloß flüstert und nichts sagt. Und doch lernen wir, und doch sehen wir. Jeder nimmt ein andres Wort, macht sein eigenes daraus. Alle wollen die einzigen sein und keiner glaubt das Gegenteil. Und ringt darum, die einzige Flocke zu sein. In diesem Meer aus Schnee, in dem es immer schneit und ewig taut. Das weiß ich, das habe ich gesehn. Dass man nur sein kann, was man ist. Und dass Liebe ist, das nicht nur für sich zu sein. Und es schön ist, hier zu sein. Für dich zu schnein, für dich zu taun.</p>
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		<title>Schritte auf der Treppe</title>
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		<pubDate>Tue, 26 Jun 2007 09:30:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Steffen</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Kein Tag ist neu, nur Reihen, Zahlen, Brüche. Es gibt keine Logik, wenn nur Monde scheinen. Aber es ändert sich nichts, Sterne herunter, Sonne hinauf, am milchigen Himmel. Es ist alles wie es war: Du bist bloß ein kleines Licht, ein Sternenstrahl, ein Sonnenfleck, ein Augenblick und Flügelschlag des schönsten Vogels in der Nacht.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Du wirfst dich hinein – schwarzer Strom in deinem Kopf. Tiefe Gräben, ausgespült. Dunkler Traum, <em>heavy traffic</em>, Paradox. Und am Morgen, kalter Schweiß auf deiner Stirn. Wach auf. Leise Schritte auf der Treppe, Klopfen im Schattenreich. Kamera ohne Auslöser, Barfuss im Schnee, Einbruch ins Gefängnis. Kein Tag ist neu, nur Reihen, Zahlen, Brüche. Es gibt keine Logik, wenn nur Monde scheinen. Aber es ändert sich nichts, Sterne herunter, Sonne hinauf, am milchigen Himmel. Es ist alles wie es war: Du bist bloß ein kleines Licht, ein Sternenstrahl, ein Sonnenfleck, ein Augenblick und Flügelschlag des schönsten Vogels in der Nacht.</p>
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		<title>Mädchen im Schnee</title>
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		<pubDate>Mon, 08 Jan 2007 16:58:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Steffen</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der erste Schnee war noch immer nicht gefallen und keiner konnte sich noch recht erinnern, wie es war, richtig zu frieren. Durcheinander war alle Ordnung, als sie den längsten aller Gänge beschritt. Heiß klebte das Licht auf den sterilen Krankenhausfliesen, pulverweiß oder eierschalengelb die Wände. Zum Cappuccino war es nicht mehr gekommen, zu voll die Straßen, zu eng die Stadt. Kein Hund bellt hier und die Türen gehen schwer auf, wenn man vergisst, den Knopf zu drücken. Eine Million Dinge hatte sie nun im Kopf und zu sagen, doch die Kittel zeigten sich nicht. Oben, diese Geräusche, war das ein Hubschrauber? Wir sind uns so ähnlich und wissen doch nichts voneinander. Und sie konnte sie fühlen, die Dämonen auf den Fluren. War das Neugier oder Traurigkeit in diesem Blick? Heraus! "Steig auf's Gas!" dachte sie und tauchte in die Flucht aus Laternen am Straßenrand. Die dunklen Momente sind vorbei, ab hier. Ein Funkensturm aus Glück steigt ihr in die Kehle. Die ersten Flocken, der erste Schnee, in ihrem Haar.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der erste Schnee war noch immer nicht gefallen und keiner konnte sich noch recht erinnern, wie es war, richtig zu frieren. Durcheinander war alle Ordnung, als sie den längsten aller Gänge beschritt. Heiß klebte das Licht auf den sterilen Krankenhausfliesen, pulverweiß oder eierschalengelb die Wände. Zum Cappuccino war es nicht mehr gekommen, zu voll die Straßen, zu eng die Stadt. Kein Hund bellt hier und die Türen gehen schwer auf, wenn man vergisst, den Knopf zu drücken. Eine Million Dinge hatte sie nun im Kopf und zu sagen, doch die Kittel zeigten sich nicht. Oben, diese Geräusche, war das ein Hubschrauber? Wir sind uns so ähnlich und wissen doch nichts voneinander. Und sie konnte sie fühlen, die Dämonen auf den Fluren. War das Neugier oder Traurigkeit in diesem Blick? Heraus! &#8220;Steig auf&#8217;s Gas!&#8221; dachte sie und tauchte in die Flucht aus Laternen am Straßenrand. Die dunklen Momente sind vorbei, ab hier. Ein Funkensturm aus Glück steigt ihr in die Kehle. Die ersten Flocken, der erste Schnee, in ihrem Haar.</p>
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		<title>Der erste Schnee</title>
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		<pubDate>Sat, 11 Nov 2006 01:20:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Steffen</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Hände wie Glas, hingemalt, Augen aus blauem Stahl. Als wär das nur zum Neid der andern. Alles Spiel wird grau, alle Welt wird blass und Funken glühn im kalten Wind. Wir alle hatten es satt zu warten, die Zeit zu trinken. Wir haben Dinge gesehn, Zeichen gedeutet, in Decken gewühlt. Keiner schläft allein. Etwas Neues kommt, nichts wird wie es einmal war. Renaissance, die neue Vergessenheit und ich kann keine Streifen mehr sehn. Stunden werden Tage, Tage werden Jahre. Der erste Schnee, geschmolzen im ersten Sonnenlicht. Eine neue Sprache, ohne Worte. In jedem Satz welkt ein Teil von mir.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img id="image540" src="http://www.endkampf.de/wordpress/wp-content/uploads/2006/11/God__s_Canvas_by_Delacorr.jpg" alt="God__s_Canvas_by_Delacorr" /></p>
<p><a href="http://delacorr.deviantart.com/">Photo Credits</a></p>
<p>Hände wie Glas, hingemalt, Augen aus blauem Stahl. Als wär das nur zum Neid der andern. Alles Spiel wird grau, alle Welt wird blass und Funken glühn im kalten Wind. Wir alle hatten es satt zu warten, die Zeit zu trinken. Wir haben Dinge gesehn, Zeichen gedeutet, in Decken gewühlt. Keiner schläft allein. Etwas Neues kommt, nichts wird wie es einmal war. Renaissance, die neue Vergessenheit und ich kann keine Streifen mehr sehn. Stunden werden Tage, Tage werden Jahre. Der erste Schnee, geschmolzen im ersten Sonnenlicht. Eine neue Sprache, ohne Worte. In jedem Satz welkt ein Teil von mir.</p>
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